Wie misst man den Erfolg von Avatar-Videos?

Wer Avatar-Videos einsetzt, sollte wissen, ob sie wirken. Die Frage ist nicht trivial, weil Wirkung von Kommunikation selten in einer einzelnen Zahl steckt. Trotzdem gibt es nutzbare Messpunkte. Viele davon sind einfacher als gedacht.

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Ebene eins: Nutzung

Die einfachste Ebene. Wie oft wurde das Video angesehen, wie weit wurde es geschaut, wo brechen Zuschauer:innen ab? Das sind technisch verfügbare Daten, wenn das Video über eine eigene Plattform oder ein Hosting mit Analytics läuft.

Wichtige Kennzahlen: Anzahl der Aufrufe, durchschnittliche Wiedergabezeit, Abbruchrate an bestimmten Stellen. Wenn 70 Prozent der Zuschauer:innen nach 20 Sekunden abbrechen, stimmt etwas mit dem Einstieg nicht. Das ist eine konkrete, handhabbare Information.

Ebene zwei: Verständnis

Hier wird es interessanter, weil Verständnis nicht direkt aus den Aufrufzahlen lesbar ist. Hilfreich sind Lernkontrollen nach dem Video, kurze Quizze, einfache Verständnisfragen. Das funktioniert besonders gut bei Schulungs- und Compliance-Inhalten.

Wenn 90 Prozent der Mitarbeiter:innen eine Sicherheitsfrage nach dem Video richtig beantworten, hat das Format funktioniert. Wenn nur 50 Prozent es schaffen, war entweder das Video unklar oder die Frage falsch gestellt. Beides lohnt sich zu wissen.

Ebene drei: Wirkung im Prozess

Die wichtigste und am schwersten messbare Ebene. Spart das Avatar-System wirklich Zeit? Werden die Recruiter:innen entlastet? Verstehen neue Mitarbeiter:innen ihren Job schneller? Sinkt die Anzahl der Rückfragen an die Fachabteilung?

Hier helfen einfache Vorher-Nachher-Vergleiche. Wie lange hat das Onboarding vor der Einführung von Avatar-Videos gedauert, wie lange dauert es jetzt? Wie viele Anfragen bekommt die HR-Abteilung pro Woche, vorher und nachher? Diese Zahlen sind oft schon im System vorhanden, sie werden nur selten verglichen.

Was nicht funktioniert

Aufrufzahlen allein sind ein schwaches Maß. Ein Video kann tausendmal aufgerufen werden und trotzdem nichts bewirken. Umgekehrt kann ein Video mit hundert Aufrufen den Onboarding-Prozess deutlich verbessern, wenn jede:r neue Mitarbeiter:in es einmal gesehen hat.

Wie schlanke Messung aussehen kann

Nicht alles muss bei jedem Video gemessen werden. Sinnvoll ist, je nach Anwendungsfall ein bis zwei Kennzahlen festzulegen und die regelmäßig zu beobachten. Bei Schulungsvideos: durchschnittliche Wiedergabezeit und Quiz-Erfolg. Bei Recruiting-Videos: Anzahl Vorab-Rückfragen pro Bewerber:in. Bei internen Updates: Rückmeldungen aus dem Team.

Fazit

Erfolgsmessung muss nicht aufwändig sein, aber sie sollte überhaupt stattfinden. Wer Avatar-Videos einsetzt, ohne irgendwann zu prüfen, ob sie wirken, verliert die Steuerung. Drei Ebenen reichen, eine einfache Auswertung pro Quartal ist meistens genug.

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